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Bin am Fluss - Möwenperspektive

 

Zum Hören mit Kopfhörern:  Binaurale Außenaufnahme (Fieldrecording), gemacht mit In-ear-Mikrofonen

Auf der Suche nach geeigneten Aufnahmeorten und Klangräumen komme ich am Fluss an und denke sofort, es ist zu spät. Zu spät wofür? Flussidylle? Dafür hätte ich viel früher am Tag schon hier sein müssen, sehr viel früher, so etwa um sechs Uhr morgens. Jetzt ist es drei Uhr nachmittags.  Aber eigentlich will ich gar keine Idylle. Ich will Überraschung …

Du stehst am Fluss. Sonntagnachmittag um drei. Da, wo die Möwen frühmorgens immer dösen. Lehnst am Geländer, Arme aufgestützt, und schaust auf das glitzernde Wasser. Der Himmel strahlt blau, es ist schon Herbst, aber noch warm. Vielleicht der letzte warme Tag in diesem Jahr, das weiß man ja nie.
Dir scheint die Sonne ins Gesicht. Du machst die Augen zu. Ganz nah unter dir plätschern die Wellen, weil irgendwo, entfernt, ein Boot das Wasser bewegt. Du hörst die Leute hinter dir, die auf der Promenade gehen. Und ganz hinten in deinem Rücken, weit rechts, eine Fahrradklingel, ein Flugzeug, eine Frau, einen Mann, die helle Stimme eines Kindes, und neben dir, nah, das Zetern der Möwe. Bist du es, mit den Mikrofonen in den Ohren, die den Vogel aufregt, weil du so eigenartig reglos und stumm dasitzt und horchst? Du bist jetzt mittendrin auf dieser großen, weiten Bühne aus Geräuschen…

 

Ab 04:20  ist die Idylle zu Ende, es wird laut.

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Am Fluss – Möwenperspektive

Meeting Monsters     (07:13, mp3)

Ich habe aufgenommen mit Soundman-OKM-Classic In-Ohr-Mikros am ZOOM H 5 Recorder.
Sonntagnachmittag, 19 Grad, sonnig, wenig Wind. Position: Möwenperspektive wie auf dem Bild. Der Fluss ist an der Stelle 250 Meter breit. Flache Werftgebäude gegenüber und flaches Land. Hinter mir eine Promenade, Leute gehen spazieren. Hinter der Promenade Grünanlagen mit Wegen hindurch.

 

„Night sounds“ – Hörbilder

Die „Night sounds“ sind letzten Sommer für mein Radiostück „Der Nachtportier …“ entstanden. Ich wollte, dass sie in dem Stück als Erzählsequenzen für sich stehen können, also ohne Text. Ich habe sie mit dem OKM II Soundman gemacht, einem Ohrmikrofonpaar.

Beim Aufnehmen stand ich vor dem Eingang eines Hotels im Stadtzentrum, genauso wie der Hotelportier und Protagonist in meinem Stück da auch manchmal steht in der Nacht, wenn er sich das Treiben auf der Straße anguckt. Seine Position vor dem Hoteleingang wollte ich für das Radiostück hörbar machen. An dieser Stelle der Straße hat man ein sehr schönes weites Hörpanorama, die pure Freude beim Aufnehmen. Ich nehme jetzt schon so lange mit dem OKM auf und bin immer noch hin und weg bei so etwas.

late check-in

 

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 RB Night sounds – Didn’t I tell you

 

Ich empfehle euch, hört es mit Kopfhörern, wenn ihr sie greifbar habt, weil ihr das Besondere dieser Art von Aufnahmetechnik, den räumlichen Höreindruck, nur mit Kopfhörern voll erfahren könnt. Und so richtig gut wird es mit geschlossenen Kopfhörern.


R E C … R E C … R E C …

Ich bat die guten Fieldrecording-Geister um aktive Mitarbeit: Könnt ihr bitte einen Fußgänger von den äußeren Rändern meines Stereohörbildes langsam näherkommen und dann hier bei mir vorbeikommen lassen –aber bitte, er soll mich auf keinen Fall ansprechen, auch wenn ich hier so reglos stehe wie eine lebende Statue, und dass ihn vielleicht irritiert–. Er soll einfach weitergehen und langsam sich in die andere Richtung davonmachen. Geht das? Das wäre nett. Und ja, dann bitte noch, wenn’s geht, eine Straßenbahn oder zwei, und ein paar Stimmen hier und da, die brauche ich natürlich auch. Und das bitte alles als eine in sich geschlossene Szene, zwischen, sagen wir, 1:30 und 2:00 Minuten Länge. Denkt ihr, das wäre machbar? Danke.  -  Es kam dann alles fast wie bestellt.

Gern hätte ich noch in Geradeausrichtung weiter entfernt Geräusche gehabt, was den Raumeindruck in der Aufnahme nach vorn hin noch vertieft hätte, aber diese Sommernacht war einfach großartig und hat schon genug aufgeboten.

P.S.: Außer bei Soundman selbst finde ich manchmal auch anderswo Informatives zum OKM, zum Beispiel HIER.

 

Berlin - Early arrival

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Wintervögel
Binaurale Feldaufnahme, 01:29, unbearbeitet. Aufgenommen mit Soundman OKM Mikrofon und Minidisk Recorder.

Bitte mit Kopfhörern abspielen, denn dann hat man den 3D-Stereosoundeffekt, den die binauralen Aufnahmen entstehen lassen.

 

NOTIZ:  Bei Audiotalaia, dem Netzlabel des Klangkünstlers Edu Comelles, sind meine Serendipity Effects diesen Sommer erschienen.