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mosquito net with hat

© rb

Zwei Tage in einem neuen Land wiegen dreißig am gewohnten Ort auf, durch Abnutzung verkürzt, durch Gewohnheit verschlissen. Die Gewohnheit poliert die Zeit, man gleitet darüber hin wie über ein zu glatt gewachstes Parkett“.

Zitat
Eugène Ionesco

 

© rb

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“Monsoon”    Soundscape    05:14    Hört sich mit Kopfhörern am besten an

 

From my monsoon-notebooks (3 of 3)

Luftfeuchtigkeit am Tag fast 90 Prozent.
Plötzliche starke Regengüsse.

Ein Hotelzimmer.
Nr. 125, Meerblick.

Hier bin ich seit über einem Monat und es gefällt mir ganz gut.
Es ist 4 Uhr am Nachmittag.
Ich schaue aus dem Fenster. Bin soeben zurück wieder aus der Schwüle der Straßen, aus den Geräuschkaskaden, die ich ja eigentlich ganz gern mag, aber doch ist dies Hotelzimmer meine Fluchtburg.

Ich habe die Klimaanlage ausgestellt. Sie brummt so laut und dann kann ich nichts anderes mehr hören, das macht mich nervös. Die Luft im Zimmer ist nun warm und feucht und der Atem geht schwer.

Eines Tages,
vielleicht, werd’ ich mich an diese Momente erinnern, wie ich hier am Fenster steh’, und werd’ denken,
ja, dort war ich, und es war eine der besten Zeiten in meinem Leben.
Nein!
Stopp. So weit ist es noch nicht.
Ich bin hier jetzt.
Jetzt!
erstmal bin ich hier.
In diesem Hotelzimmer,
Nr. 125, Meerblick.

Ein Feuchtigkeitsfilm überzieht die Holzflächen der Möbel, das Sideboard, die Schranktür. Auch die Bodendielen sind beschlagen und der schöne altenglische Sekretär. Ich male mit dem Finger auf die Schreibfläche das Wort ‚Monsoon’.

Dann wieder schaue ich aus dem Fenster.
Ich schaue den Wolken zu, wie sie eins werden mit dem Meer.
Ich denke einen Satz.
Ich denke:
Es regnet.