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white canvasGanz schön schmackhaft, das Essen an der Straße, nur ein bisschen laut drum herum. -
B. lebt in Bangkok. In den Arbeitspausen geht sie fast immer bei einer Garküche essen. Am liebsten: “Meet balls”, gegrillt über offener Flamme und serviert in Chili-Sauce. Danke für die Einladung, B.!

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Field recording “Bangkok – Having lunch with B.”   01:48
Ich habe mit Ohr-Mikrofonen aufgenommen, was beim Hören mit Kopfhörern einen 3-dimensionalen Klang ergibt.
 
 
balloonist in the desert dark

© F. J. Burbach


Hierüber freue ich mich sehr: Mein Klangstück

Silent – The balloonist

wird vom Schweizer Radio DRS 2 ausgestrahlt in der Sendung Das weisse Lauschen, Mittwoch, 27. Juli 2011, 20.55 Uhr.

 

Das weisse Lauschen ist eine von Hörspiel DRS 2 ins Leben gerufene Onlineplattform für Klangkunst ganz unterschiedlicher Art. Hier geht es zur Startseite von Das weisse Lauschen. In der gleichnamigen Radiosendung werden Klangstücke von der Onlineplattform vorgestellt.

Hinter dem Klangstück „Silent – The balloonist“ steht ein besonderes persönliches Erlebnis von mir, so besonders für mich, dass sogar diese Website „The balloonist …“ heißt. Ich bin tatsächlich mal einige Zeit Ballon gefahren (es heißt wirklich Ballonfahren und nicht etwa -fliegen). Und in der Luft hatte ich ein Schlüsselerlebnis, was damit zu tun hat, wie man da oben hört, fantastisch! Und wahrscheinlich mache ich deswegen auch manchmal so merkwürdige leise und minimalistische ‚Soundsachen’. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen.

© rb

Das Fenster war in meinem Jetlag-Traum. Aber das Zimmer hatte keine Wände, im Traum.

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“Room 125”    Soundscape     02:23     Hört sich mit Kopfhörern am besten an

 

From my monsoon-notebooks (1 of 3)

Ein Hotelzimmer.
Nr. 125, Meerblick.
Nicht mehr weit vom Äquator. –
Am Fenster steht so ein richtig schöner altenglischer Sekretär.

 

© rb first glance

An meinem ersten Morgen war es elf, als ich aufwachte. Angekommen war ich spät nach Mitternacht. Und nun hatte sich draußen schon der Tag aufgetürmt mit seinen ‚Massen’ von heiß-weißem Licht. Messerscharf, unerbittlich. Von Regenzeit war da noch keine Spur.

Ich traute mich nicht hinaus. Mit diesem Licht schleuderte die Stadt sich mir, schon jetzt, wo ich nur hier am Fenster saß, mit solcher Wucht entgegen, dass ich mir nicht ausmalen konnte, das Hotel verlassen zu wollen.

 

© rb second glance

© rb second glance

Meinen ersten Tag in dieser Stadt verbrachte ich fast vollständig im Hotelzimmer am Schreibtisch vor dem Fenster. Um 12 bestellte ich beim Zimmerservice ein Clubsandwich und etwas Kaltes zu trinken, das reichte mir bis zum Abend.

Ich betrachtete das Meer, wieder und wieder, und versuchte mir klarzuwerden, dass in meinem Rücken die Stadt lag, in der ich nun leben würde. Ich konnte ihre Geräusche hören, wenn ich die Klimaanlage ausmachte. Ich hörte das Wühlen einer starken Brandung und, leise darin, die Stadt.

(From my monsoon -notebooks)

 

monsoon hotel room window

© rb

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“Waterline”    Fieldrecording     01:00     Am besten mit Kopfhörern.

 

From my monsoon-notebooks (2 von 3)

Luftfeuchtigkeit am Tag fast 90 Prozent.
Plötzliche starke Regengüsse.

Ein Hotelzimmer.
Nr. 125, Meerblick.

Gestern stand ich am Ufer vor dem Hotel, wo ein schöner Wind weht, der einem den Kopf kühlt, und blickte aufs Meer. Der Handtuchmann kam zu mir. Er teilt immer am Pool die Handtücher an die Gäste aus. Er stellte sich neben mich, sagte „Hi“, und ich auch, und nun blickten wir beide aufs Meer.
„Very nice, this“, sagte er. „Yes“, sagte ich.

Wir sprachen zum ersten Mal miteinander. Ich stellte mir vor, gleich wird er fragen, where do you come from, und ich werde sagen, Germany, woraufhin er sagen wird, ah, Germany, nice country.

In Wirklichkeit standen wir nur so da, beide den Blick aufs Meer, schweigend – er seinen Stapel Handtücher haltend, ich meinen Regenschirm, den ich hier als Sonnenschutz nehme.

„You know“, fängt er auf einmal an, ich seh zu ihm hin, er lädt den Handtuchstapel auf den einen Arm, „there“, und schaut geradeaus, und ich tue’s ihm nach, “there, straight ahead is Europe,” und zeigt dann mit dem freien Arm nach rechts, wir beide wenden den Kopf, „and on the right side there is Arab Emirates, and on the left …”, wir beide wenden den Kopf, “… there is nothing, for a long time, just nothing, as far as Antarctica.”

 

© rb

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“Monsoon”    Soundscape    05:14    Hört sich mit Kopfhörern am besten an

 

From my monsoon-notebooks (3 of 3)

Luftfeuchtigkeit am Tag fast 90 Prozent.
Plötzliche starke Regengüsse.

Ein Hotelzimmer.
Nr. 125, Meerblick.

Hier bin ich seit über einem Monat und es gefällt mir ganz gut.
Es ist 4 Uhr am Nachmittag.
Ich schaue aus dem Fenster. Bin soeben zurück wieder aus der Schwüle der Straßen, aus den Geräuschkaskaden, die ich ja eigentlich ganz gern mag, aber doch ist dies Hotelzimmer meine Fluchtburg.

Ich habe die Klimaanlage ausgestellt. Sie brummt so laut und dann kann ich nichts anderes mehr hören, das macht mich nervös. Die Luft im Zimmer ist nun warm und feucht und der Atem geht schwer.

Eines Tages,
vielleicht, werd’ ich mich an diese Momente erinnern, wie ich hier am Fenster steh’, und werd’ denken,
ja, dort war ich, und es war eine der besten Zeiten in meinem Leben.
Nein!
Stopp. So weit ist es noch nicht.
Ich bin hier jetzt.
Jetzt!
erstmal bin ich hier.
In diesem Hotelzimmer,
Nr. 125, Meerblick.

Ein Feuchtigkeitsfilm überzieht die Holzflächen der Möbel, das Sideboard, die Schranktür. Auch die Bodendielen sind beschlagen und der schöne altenglische Sekretär. Ich male mit dem Finger auf die Schreibfläche das Wort ‚Monsoon’.

Dann wieder schaue ich aus dem Fenster.
Ich schaue den Wolken zu, wie sie eins werden mit dem Meer.
Ich denke einen Satz.
Ich denke:
Es regnet.