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„Night sounds“ – Hörbilder

Die „Night sounds“ sind letzten Sommer für mein Radiostück „Der Nachtportier …“ entstanden. Ich wollte, dass sie in dem Stück als Erzählsequenzen für sich stehen können, also ohne Text. Ich habe sie mit dem OKM II Soundman gemacht, einem Ohrmikrofonpaar.

Beim Aufnehmen stand ich vor dem Eingang eines Hotels im Stadtzentrum, genauso wie der Hotelportier und Protagonist in meinem Stück da auch manchmal steht in der Nacht, wenn er sich das Treiben auf der Straße anguckt. Seine Position vor dem Hoteleingang wollte ich für das Radiostück hörbar machen. An dieser Stelle der Straße hat man ein sehr schönes weites Hörpanorama, die pure Freude beim Aufnehmen. Ich nehme jetzt schon so lange mit dem OKM auf und bin immer noch hin und weg bei so etwas.

late check-in

 

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 RB Night sounds – Didn’t I tell you

 

Ich empfehle euch, hört es mit Kopfhörern, wenn ihr sie greifbar habt, weil ihr das Besondere dieser Art von Aufnahmetechnik, den räumlichen Höreindruck, nur mit Kopfhörern voll erfahren könnt. Und so richtig gut wird es mit geschlossenen Kopfhörern.


R E C … R E C … R E C …

Ich bat die guten Fieldrecording-Geister um aktive Mitarbeit: Könnt ihr bitte einen Fußgänger von den äußeren Rändern meines Stereohörbildes langsam näherkommen und dann hier bei mir vorbeikommen lassen –aber bitte, er soll mich auf keinen Fall ansprechen, auch wenn ich hier so reglos stehe wie eine lebende Statue, und dass ihn vielleicht irritiert–. Er soll einfach weitergehen und langsam sich in die andere Richtung davonmachen. Geht das? Das wäre nett. Und ja, dann bitte noch, wenn’s geht, eine Straßenbahn oder zwei, und ein paar Stimmen hier und da, die brauche ich natürlich auch. Und das bitte alles als eine in sich geschlossene Szene, zwischen, sagen wir, 1:30 und 2:00 Minuten Länge. Denkt ihr, das wäre machbar? Danke.  -  Es kam dann alles fast wie bestellt.

Gern hätte ich noch in Geradeausrichtung weiter entfernt Geräusche gehabt, was den Raumeindruck in der Aufnahme nach vorn hin noch vertieft hätte, aber diese Sommernacht war einfach großartig und hat schon genug aufgeboten.

P.S.: Außer bei Soundman selbst finde ich manchmal auch anderswo Informatives zum OKM, zum Beispiel HIER.

 

balkon ueber meer

© rb

Ich verreise nie ohne meine Ohr-Mikrofone.
Die sehen aus wie diese kleinen iPod-Ohrstöpsel. Ohrmikrofone schaffen einen besonders räumlichen Klangeffekt, der sich bei Anhören mit Kopfhörern so richtig entfaltet. Weil die Mikros so klein und unauffällig sind, und mein Reiserekorder ebenso, mache ich auf Reisen auch ständig Tonaufnahmen, schon beim Frühstück. Für den Menschen, der mit mir reist, kann das zur Geduldsprobe werden, weil er nie weiß, ob er etwas sagen darf oder damit die Aufnahme zerstört. Und ich meinerseits mag nicht sagen, dass ich sowieso die ganze Zeit aufnehme und quasi jedes Wort die Aufnahme zerstören kann.
Mein Freund fragt schon immer, und gibt sich große Mühe nicht pampig zu klingen: „Nimmst du grad auf?“ Und ich sage: „Nein, nein, im Moment nicht“, damit er sich nicht unwohl fühlt, und hoffe, bitte, bitte, dass nicht jetzt gerade ein sensationell guter Ton von irgendwo kommt und ich dann doch wieder „Pssst“ zischen muss. Es ist grässlich, wenn ich später beim Abhören der Aufnahmen mich selber „Pssst“ zischen höre, furchtbar, das bin dann gar nicht ich. Dabei denke ich doch immer, ich bin ein so freundlicher Mensch …

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Wie gesagt, das bin nicht wirklich ich.

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Ich habe angefangen Umweltklänge so richtig bewusst zu hören und aufzunehmen seit meinen ersten Radiobeiträgen. Und im Studio die Aufnahmen dann zu bearbeiten, das habe ich schon immer unglaublich genossen, obwohl ich das Technische am Anfang noch nicht selbst gemacht habe. Ganz besonders waren es Stadtklänge, die mich faszinierten, und sie sind es noch. Wenn ich überlege, warum eigentlich, kann ich nur sagen, ich vermute, weil ich in Städten am intensivsten ‚Raum’ höre und diese ‚natürliche’ Collage aus überlagerten Tönen und wie die Geräuschwellen an- und abschwellen, all das. Ja, ich glaube, dass es das ist.
Oder auch nur eine belebte Straße entlang zu gehen. Allein das Vorüberwischen von Stimmen, das ist Musik für mich. Geräuschatmosphären in Straßen können ja tatsächlich sehr musikalisch klingen. Die Stimmen mit ihren verschiedenen Tonhöhen, manche sind nah am Ohr und schnell wieder weg, andere entfernt und doch hört man ganz deutlich einen ganzen Satz. Und auch die Klangunterschiede, je nachdem ob die Straße breit ist oder eng, die Häuser hoch oder niedrig, ob Sommer ist oder Winter, mich fasziniert das alles ungemein.
Die Alltagsgeräusche nehme ich auch als Ausgangsmaterial für Klangarbeiten. Oft verfremde ich sie elektronisch und verbinde mehrere Lagen von Geräuschen.

 

white canvasEine sehr kleine Stadt auf einer sehr kleinen Insel in der Karibischen See im Norden Venezuelas. Dies ist ein Gang mit Ohrmikrofonen entlang einer Straße. Es ist Sonntag, etwa drei Uhr am Nachmittag. Die Siesta ist vorbei, alle sind nun draußen vor ihren Häusern und das Leben ist wieder in vollem Gang.

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Field recording “Caribbean street Venezuela”   01:27
Ich habe mit Ohr-Mikrofonen aufgenommen, was beim Hören mit Kopfhörern einen 3-dimensionalen Klang ergibt.
 
 
 
sommer geometrie

© rb

 

Sound-Postkarten auf dem Weg!

Ich bin gerade dabei, mein Tonmaterial abzuhören, das schon ein paar Jahre ungehört auf der Festplatte liegt oder sogar noch auf Mini Discs auf Überspielung wartet. Mini Discs?! … … Ja! … … Letzte Woche habe ich jemanden interviewt für ein Radiofeature. Als ich eine Mini Disc aus der Tasche zog, sagte der Mann zu mir: „Oh – immer noch?“ und guckte so verwundert, als würde ich auf einem Lochstreifen aufnehmen. Flashcards als Speichermedium hin oder her, ich werde solange Mini Discs verwenden, bis mein über alles geliebter MDP500–Recorder den Geist aufgibt. Und ich hoffe, das wird noch lange nicht sein. Und ich hoffe, ich komme dazu, all meine Aufnahmen zu überspielen, bevor die archivarische Lebenszeit meiner Mini Discs abgelaufen ist.

Beim Abhören des Tonmaterials bin ich jedenfalls auf ein paar Aufnahmen gestoßen, wo ich denke, ja, davon mache ich jetzt nach und nach Sound-Postkarten und poste sie hier. Ganz kurze Auszüge, ein oder zwei Minuten. Manchmal reicht das ja schon, um schnell mal wegzudriften, die Nerven zu beruhigen oder um Fernweh zu bekommen.

Sound-Postkarten sind auf dem Weg!