Was würdest Du tun, 
wenn Du 1000 Euro

bedingungsloses Grundeinkommen hättest?

Um das bedingungslose Grundeinkommen geht es in meinem Radiofeature „Mut statt Existenzsorgen“ am 

Donnerstag, 24. März 2016, 10.05 – 10.30 Uhr, bei SWR2 Tandem

Eine junge Frau reibt sich auf in zwei Jobs, um das Geld zum Leben zusammenzubekommen. Die Miete für ihr WG-Zimmer, Essen, Monatskarte, aber es reicht nicht hin und nicht her. So geht’s nicht weiter, sagt sie sich, ich muss was ganz anderes machen. Sie bewirbt sich für ein Praktikum bei einem sehr ausgefallenen Arbeitgeber. Von Null auf Hundert ändert sich ihr Leben.

Sie wird Teil eines Experiments. Das bedeutet, Sie bekommt  plötzlich 1000 Euro Grundeinkommen, bedingungslos. Und das wiederum heißt, sie braucht nichts dafür zu tun.

Was würdest Du tun, 
wenn Du 1000 Euro

bedingungsloses Grundeinkommen hättest?

Die Frage stammt nicht von mir. Der Internet-Unternehmer Michael Bohmeyer aus Berlin stellt sie auf seiner Website mein-grundeinkommen.de. Er ist der ausgefallene Arbeitgeber, bei dem sich die junge Frau für ein Praktikum beworben hatte.

Aber er fragt das nicht nur. Er sammelt per Crowdfunding Geld und dann verlost er Grundeinkommen. 1000 Euro im Monat, jeweils für ein Jahr. Und jeder und jede kann an der Verlosung teilnehmen.

Warum ich darüber ein Radiostück gemacht habe:

Kurz gesagt: Weil ich das Grundeinkommen für ein wichtiges Thema halte bei der Auseinandersetzung darüber, wie wir in Zukunft leben wollen, wenn immer mehr angemessen bezahlte Arbeitsstellen wegfallen und dadurch immer mehr Menschen vom bloßen Existenzminimum leben müssen. Mit Zukunft meine ich schon die nächsten 10, 20 Jahre. 

Meine etwas längere Antwort:  Ganz persönlich habe ich den Eindruck, dass wir fast alle in dieser Gesellschaft mehr oder weniger in der unterschwelligen Angst leben, es könnte uns die Existenzgrundlage entzogen werden. Und das kann ja auch sehr schnell geschehen. Es geschieht auch, jeden Tag. Ein Arbeitsplatz wird gestrichen, und nicht mehr lang, und es droht Hartz IV. Ich halte Angst für eine schlechte Lebensvoraussetzung, genau wie Druck und Drohung „Wenn du nicht funktionierst, wie wir dich haben wollen, dann …“

Vor kurzem erzählte mir ein Angestellter, der immer wieder mit seinem das Betriebsklima störenden Geschäftsführer aneinander gerät, dass er -der Angestellte- jedes Mal seine Meinung deutlich vertrete. Ich sagte zu ihm, Hut ab, das finde ich gut, es ist ungewöhnlich. Worauf er sagte: Ich hab ja nichts mehr zu verlieren, ich bin ja bald in Rente. Der Satz geisterte mir noch Tage später im Kopf herum. Menschen sollten nicht 40 Jahre ihres Lebens Angst haben, dass ihnen jederzeit die Existenzgrundlage entzogen werden kann, aus welchen Gründen auch immer, bis sie dann endlich in Rente sind – von der sie hoffentlich leben können. Ein Grundeinkommen könnte bedeuten, weniger Angst zu haben.

Alles Weitere überlasse ich gern den Mitwirkenden im Feature. Sie können das viel besser erzählen.

Zur Sendung bei SWR2 Tandem (Donnerstag 24.03., 10.05 Uhr) geht es hier, und zu Mein-Grundeinkommen hier.

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