© rb

Das Fenster war in meinem Jetlag-Traum. Aber das Zimmer hatte keine Wände, im Traum.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

“Room 125”    Soundscape     02:23     Hört sich mit Kopfhörern am besten an

 

From my monsoon-notebooks (1 of 3)

Ein Hotelzimmer.
Nr. 125, Meerblick.
Nicht mehr weit vom Äquator. –
Am Fenster steht so ein richtig schöner altenglischer Sekretär.

 

© rb first glance

An meinem ersten Morgen war es elf, als ich aufwachte. Angekommen war ich spät nach Mitternacht. Und nun hatte sich draußen schon der Tag aufgetürmt mit seinen ‚Massen’ von heiß-weißem Licht. Messerscharf, unerbittlich. Von Regenzeit war da noch keine Spur.

Ich traute mich nicht hinaus. Mit diesem Licht schleuderte die Stadt sich mir, schon jetzt, wo ich nur hier am Fenster saß, mit solcher Wucht entgegen, dass ich mir nicht ausmalen konnte, das Hotel verlassen zu wollen.

 

© rb second glance

© rb second glance

Meinen ersten Tag in dieser Stadt verbrachte ich fast vollständig im Hotelzimmer am Schreibtisch vor dem Fenster. Um 12 bestellte ich beim Zimmerservice ein Clubsandwich und etwas Kaltes zu trinken, das reichte mir bis zum Abend.

Ich betrachtete das Meer, wieder und wieder, und versuchte mir klarzuwerden, dass in meinem Rücken die Stadt lag, in der ich nun leben würde. Ich konnte ihre Geräusche hören, wenn ich die Klimaanlage ausmachte. Ich hörte das Wühlen einer starken Brandung und, leise darin, die Stadt.

(From my monsoon -notebooks)